Stefanie Pluta & Katja Stuke

Meet me in Quarantine

 

Der Spielmodus von „Meet Me in Quarantine“ ist schnell beschrieben: Eine der Künstlerinnen veröffentlicht auf einem für diesen Zweck eingerichteten Instagram-Account ein Bild aus ihrem Archiv. Die andere Künstlerin reagiert auf diesen Impuls, sucht in ihrem eigenen Fotoarchiv ein Motiv, das sich auf das erste bezieht – wobei der Bezug höchst subjektiv ausfällt –, und veröffentlicht es. Hierauf reagiert die erste Künstlerin wiederum mit einem neuen Motiv etc. Immer schön der Reihe nach. Chacune son tour. Das Projekt startete in der Initialphase der ersten Pandemie-Welle, als der Lockdown von Politik und Bevölkerung in Deutschland ernst gemeint war und zu einem wahren Einstellen des öffentlichen Lebens führte, und wurde beendet, als beide Fotografinnen sich wieder physisch treffen durften. Dieser spezifische Spielmodus sorgt für die Ordnung der Bilder und damit für die ästhetische Einordnung des ganzen Projektes. Denn mehr als die inhärente Qualität jedes einzelnen Motivs, das man grob in die ziemlich unaufgeräumte Schublade der Street Photography stecken könnte, bestimmt ihre Suite-artige Zusammenstellung den Charakter von „Meet Me in Quarantine“. Die Ansichten reihen sich wie Perlen einer Kette aneinander, wobei das lineare, sozusagen kurzsichtige Eingehen auf das letztgepostete Bild der Gesamtwirkung aller 101 Aufnahmen vorangestellt wird. Der Fluss der Bilder schafft eine offene Narration mit sehr losem Zusammenhang; die Themen und Gattungen wechseln sich ab ohne sichtbare Logik – außer der der selbst auferlegten Spielregeln. Die Rezipient*innen, die sich für diese chronologische und geradlinige Lesart entscheiden, können an der kombinierenden Lust beider Fotografinnen teilnehmen und nachvollziehen, wie ein Motiv das andere erwidert.

 

Während die Grid-Struktur des Instagram Accounts keine weitere Hierarchisierung des Sehens als die übliche, kulturell geprägte Leserichtung induziert (und daher einen Anschein von Neutralität unterhält), wurde die Ordnung der Bilder bei der grafischen Übersetzung in Buchform neu gewichtet. Die Größe der unterschiedlichen Motive richtet sich nach der Zahl an Likes, die Follower während ihrer eigenen kleinen Dérive vergeben haben. 

(Auszug aus dem Text zur Publikation von Dr. Emmanuel Mir)

 

Stefanie Pluta & Katja Stuke

Meet me in Quarantine

Deutsch 

92 Seiten 

101 Fotografien (farbig, schwarz/weiss)

H 28 cm / B 22 cm 

Softcover, Schweizer Broschur, Offene Fadenbindung

mit einem Text von Emmanuel Mir 

978-3-946770-80-0

92 Seiten, H 28 cm / B 22 cm, Softcover, ISBN 978-3-946770-80-0

18,00 €

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Pakui Hardware

Shape Shifters

 

Pakui Hardwares (Ugnius Gelguda *1977 und Neringa Cerniauskaite *1984 in Litauen) Installationen, die Assoziationen an futuristische Laborapparaturen oder Stoffwechselprozesse wecken, umkreisen die Beziehung zwischen Mensch, Umwelt und Technologie. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht der Körper als veränderliche, optimierbare Schnittstelle zahlreicher Einflüsse. Organische und synthetische Elemente verbinden sich zu hybriden skulpturalen Konstellationen, die kategoriale Trennungen von Natürlichem und Künstlichem, Innen und Außen hinterfragen. Indem sie auf die mit Digitalisierung, synthetischer Biologie, Robotik und Körperdesign einhergehenden Versprechen, Ängste und Gefahren verweisen, entfalten die Arbeiten auch ein kritisches Potenzial.

 

Die zweisprachige Publikation erscheint anläßlich eines Stipendiums der Günther-Peill-Stiftung, das mit einer Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum Düren abschließt. Neben Abbildungen zahreicher Installationen des Duos enthält sie eine Werkeinführung, ein Interview mit Ilona Dergach und Textbeiträge den Wissenschaftler*innen Yuk Hui, Hannah Landecker und Alvin Li.

 

Pakui Hardware

Shape Shifters

Deutsch/Englisch

188 Seiten

81 farbige Abbildungen

H 24 cm / B 17 cm

Hardcover

78-3-946770-77-0

188 Seiten, Deutsch/Englisch, H 24 cm / B 17 cm, Hardcover, 78-3-946770-77-0

18,00 €

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Kasia Fudakowski

The Roll of the Artist

 

Dieser 288-seitige "autobiographicatalogue" ist Fudakowskis ausführliche und doch fragmentarische Antwort auf die Frage eines Ex-Freundes: "Du nennst dich also eine Künstlerin?" In "The Roll of The Artist - Volume One" entfaltet sich die Autorin mit persönlichen Geschichten und Anekdoten vor dem Hintergrund des Lebens und der Prüfungen von Künstler*innen, die einen tiefen Eindruck auf sie gemacht haben. Das Buch webt einen weitreichenden, manchmal unangenehm ehrlichen Bericht über die Lieben und Mühen einer aufstrebenden Künstlerin zusammen.

 

Ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Günther-Peill-Stiftung, Düren. 

 

Kasia Fudakowski

The Roll of the Artist

Englisch

288 Seiten

97 vierfarbige Abbildungen, 10 einfarbige Holzschnitte und 3 einfarbige Fotografien

H 21 cm / B 13,5 cm

Klappenbroschur

978-3-946770-76-3

288 Seiten, Englisch, H 21 cm / B 13,5 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-3-946770-76-3

18,00 €

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Paul Seawright

Beasts of Burden

 

Paul Seawright (*1965 in Belfast, wo er lebt und arbeitet) gehört zu den international renommiertesten Fotokünstlern Nordirlands. Seine auf den ersten Blick dokumentarischen Bilder erzeugen eine besondere Spannung. Die Fotografie, ein unbedingt dem Sichtbaren verbundenes Medium, wird in ihrer ganzen Präzision der authentischen Wiedergabe eingesetzt. Gleichzeitig gelingt es Seawright mit hochästhetischen Bildkompositionen, die Aufmerksamkeit jeweils auch auf etwas zu lenken, das unsichtbar bleibt, nämlich jene blinden Flecken, die durch Gewalt, Konflikte und Ausgrenzung erzeugt werden. Mit der Porträtreihe »Beasts of Burden« (2020) wendet er sich einem in der internationalen Aufmerksamkeit weniger präsenten Aspekt des Genozids in Ruanda zu. Das Land durchlebt noch immer einen mühsamen und schmerzvollen Prozess der Versöhnung zwischen Tätern und Überlebenden, die bis heute teils in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander leben. Ein besonderes Projekt, das im lokalen Kontext arbeitet, besteht in der gemeinsamen Aufzucht einer Kuh durch zwei Menschen jeweils aus der Gruppe der Opfer und der Täter. Paul Seawrights Porträts von Mensch und Tier weisen keine moralischen Kategorien von Schuld oder Vergebung zu. Sie lenken den Blick auf eine höchst archaische Form gemeinsamen Handelns, die in einem irritierenden Kontrast zu der hochtechnisierten Medienwelt und Kommunikation industrialisierter Gesellschaften zu stehen scheint. 

 

Paul Seawright 

Beasts of Burden

Hrsg. Thomas Niemeyer, Städtische Galerie Nordhorn

Deutsch/Englisch

72 Seiten

32 farbige Abbildungen

H 26,8 cm / B 21 cm

Hardcover mit Leinenbezug

978-3-946770-78-7

72 Seiten, Deutsch/Englisch, H 26,8 cm / B 21 cm, Hardcover, ISBN 978-3-946770-78-7

18,00 €

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Helen Feifel

something else shapes

Lingener Kunstpreis 2020

Die Künstlerin Helen Feifel plädiert über ihr vielschichtiges Werk, bestehend aus Malerei, Keramik, Mode und Video für eine Aufhebung traditioneller Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst. Ihr Werk charakterisiert beispielsweise Malerei auf Fotografie, Hocker und Bänke aus Keramik, Caps und mit Siebdruck gefertigte Tücher. Über Titel wie zum Beispiel „Stage“ oder „Entwurf für ein Cocktailkleid nach Issey Miyake“ wird über sich hinaus in ähnliche Bereiche wie Theater oder Mode verwiesen. Themen wie Rollenspiel, Identität, Repräsentation und Inszenierung vermitteln Kunstwerke, Modeaccessoires und Möbel. Helen Feifels künstlerisch formuliertes Bestreben in Richtung gleicher Behandlung kreativen Ausdrucks spiegelt auch die Publikation wider, denn es ist sowohl Katalog zu ihrer Ausstellung in der Kunsthalle Lingen und zur Verleihung des Lingener Kunstpreises 2020 an sie als auch eigenständig und besonders gestaltetes Künstlerbuch. Kombiniert werden Ansichten aus der Ausstellung mit Abbildungen ihrer Arbeiten Ein Text der Autorin Aline Fieker beleuchtet den interdisziplinären Ansatz der Arbeit Helen Feifels aus kunsthistorischem Blickwinkel, ergänzend dazu gibt ein Gespräch zwischen Helen Feifel und Meike Behm, der Direktorin der Lingener Kunsthalle, einen umfangreichen Einblick in das Denken der Künstlerin.  

 

Helen Feifel

something else shapes

Deutsch/Englisch

64 Seiten

32 farbige Abbildungen

H 31 cm / B 23 cm

Softcover mit Steppstichheftung

978-3-946770-79-4

64 Seiten, Deutsch/Englisch, H 31 cm / B 23 cm, Softcover, ISBN 978-3-946770-79-4

28,00 €

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Christian Aberle

Nächstes Mal komme ich zu dir in den Dreck

 

Wen lässt es schon kalt, beschimpft zu werden? - Und das auch noch im übernächtigten Zustand, auf dem Heimweg, umgeben vom Vogelgezwitscher eines idyllischen Morgens. Doch was Paul am stärksten zusetzt ist, dass ihn diese Beschimpfung auf eine äußerst kunstvolle und rätselhafte, ja geradewegs unglaubliche Weise erreicht - zudem es ist eine Botschaft mit unbekanntem Absender. Wer also hat es da auf ihn abgesehen und wer gab sich auf seiner wütenden Mission solche Mühe? Ja, ist ihm das alles wirklich widerfahren? Derweil sich das albtraumhafte Erleben als durchaus real erweist, findet Paul einen traumhaften Begleiter.

 

Doch bleibt die bohrende Frage, wer Paul Böses will und ihn dabei offenbar ziemlich genau beobachtet. Auf der Suche nach einer Antwort erwächst auch beim Leser der Eindruck, beobachtet zu werden - und zwar vom Text selbst! Ein Empfinden, welches Christian Aberle in ein Meer aus luzide vermittelten Sinneseindrücken, Farben, Formen, Tönen und Gerüchen bettet. Im intensiven Leseerlebnis wächst der Wunsch zu verstehen, was mit dem Protagonisten, als denn auch mit einem selbst geschieht.

 

Christian Aberle studierte an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe, seine Arbeiten sind regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Nun addiert er eine erste Erzählung zu seinem malerischen und zeichnerischen Werk, welches nicht zuletzt aufgrund von Aberles Sinn für Details geschätzt wird. Für die Illustration seiner Geschichte hat er sechs befreundete Künstler und Künstlerinnen eingeladen. Die Bilder befinden sich am Ende des Buchs, ein Großteil davon gedruckt auf speziellem Papier und in Handarbeit auf die gebundenen Seiten montiert. Eine Reminiszenz an die Ästhetik des Buchdrucks bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Es fasziniert, die mannigfaltigen Facetten des Buchs wahrzunehmen. Ein Werk des Eintauchens, Sich-treiben-Lassens und Auftauchens und durchaus auch ein Werk der Wunder.

 

Christian Aberle

Nächstes Mal komme ich zu dir in den Dreck

Deutsch

104 Seiten

H 23 cm / B 17 cm

Hardcover mit Leinenbezug und Braille-Schrift

12 handmontierten farb. Abb., 1 Abb. s/w

mit Illustrationen von Larry P. Berger, Bernhard Deckert, Melas Eichhorn, Jonnie Mitchell, Anne Neukamp, Carmen Strzelecki und Jürgen Tetzlaff

978-3-946770-75-6

104 Seiten, Deutsch, H 23 cm / B 17 cm, Hardcover, ISBN 978-3-946770-75-6

25,00 €

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Christian Odzuck

Panopticonism

 

Das Künstlerbuch veranschaulicht den Entwurf „Panopticonism“ des Künstlers Christian Odzuck (1978, Halle/Saale) für die Ausstellung "Walking Through Walls" im Gropiusbau, Berlin. Dieser entstand auf Einladung der Kuratoren Till Fellrath und Sam Bardaouil für den Lichthof des Gropiusbaus im Zusammenhang mit dem 30-jährigen Jubiläum des Berliner Mauerfalls 2019. Die begehbare architektonische Skulptur basiert auf den Idealstadtentwürfen der Renaissance und Foucaults Theorie des Panoptikums. Odzuck führt die Besuchenden in einen Rotundenbau in welchem ein gesplittertes Kaleidoskop die Frage nach Beobachteten und Beobachtenden aufwirft und körperlich erfahrbar macht. 

 

Christian Odzuck

Panopticonism

Englisch

32 Seiten

15 Abbildungen

H 24 cm / B 17 cm

Softcover

978-3-946770-55-8

32 Seiten, Englisch, H 24 cm / B 17 cm, Softcover, ISBN 978-3-946770-55-8

18,00 €

  • 0,3 kg
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Christian Odzuck

NIENTUM

 

Wir brauchen mehr Licht! Das „Nieteum“ zelebriert erstmals den wiederentdeckten nietlebischen Mythos. Höllengestalten aus Dantes Inferno bevölkern die aufeinanderfolgenden monumentalen Räume. Es entsteht eine narrative Struktur in der altbekanntes Personal wie Kaiser und Orakel ihren Auftritt haben. Auf dem Schuttgebirge steigt Phönix aus der Asche. 

Der Künstler Christian Odzuck (1978, Halle/Saale) überführt die temporäre Installation "Nieteum" für die Ausstellung "Willkommen im Labyrinth / Welcome to the Labyrinth" im Marta Herford 2018 in Buchform. Odzuck steht für eine radikale Erweiterung des Skulpturbegriffs in Richtung architektonischer und städtebaulicher Dimensionen. Diese Haltung findet im Künstlerbuch sein grafisches Äquivalent. Weit entfernt von der konventionellen Katalogform wird die inhaltliche komplexe Installation erfahrbar gemacht und mit Beiträgen von Sabine Dusend (*1985 Neuss) und Glen Rubsamen (1957 Los Angeles) ergänzt. 

 

 

Christian Odzuck

NIETEUM

Englisch

144 Seiten

104 Abbildungen

H 24 cm / B 17 cm

Hardcover

978-3-946770-54-1

144 Seiten, Englisch, H 24 cm / B 17 cm, Hardcover, 978-3-946770-54-1

28,00 €

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Berit Schneidereit

tourist

 

Die Publikation präsentiert einen experimentellen Dialog zwischen der Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Autorin und Musikerin Christina Irrgang und der Künstlerin Berit Schneidereit. Durch von beiden in gleicher Anzahl selbst notierte und im Wechsel aufgedeckte Karten nähern sie sich auf persönliche Weise dem Wesen der Fotografie: Erinnerung, Fragment, Nähe und Distanz. In 12 Abschnitten werden so verschiedene Themenfelder besprochen, die durch Assoziationen, Zitate oder situative Lyrik ein facettenreiches Gespräch über ein Medium entstehen lassen, das nach wie vor fasziniert und Fragen aufwirft.

 

Ausgangspunkt und Ort ihrer narrativen Begegnung ist die gleichnamige Ausstellung der Künstlerin im NAK Neuen Aachener Kunstverein. Der Ausstellungstitel tourist verweist auf das begierige und zugleich leichte Streben Berit Schneidereits, fremde Orte über die Fotografie visuell erfahrbar zu machen und zu erkunden. Dabei variiert die Künstlerin fotografische Techniken und Strategien, arbeitet konzeptuell mit oftmals hybriden Ergebnissen und erkundet so frei wie auch forschend die Eckpunkte des Mediums Fotografie. Das Aufeinandertreffen von analoger und digitaler Technik schafft hierbei etwas ästhetisch Neues, das gleichermaßen den Bildraum der Fotografie und ihre Oberfläche untersucht. Der vorliegende Gedankenaustausch kreist dies ein.

 

Berit Schneidereit

tourist

Deutsch / Englisch

60 Seiten

H 22 cm / B 14,5 cm

Softcover

978-3-946770-72-5 

60 Seiten, Deutsch / Englisch, H 22 cm / B 14,5 cm, Softcover, ISBN 978-3-946770-72-5

18,00 €

  • 0,5 kg
  • 3 - 5 Tage Lieferzeit1