Paul Seawright

Beasts of Burden

 

Paul Seawright (*1965 in Belfast, wo er lebt und arbeitet) gehört zu den international renommiertesten Fotokünstlern Nordirlands. Seine auf den ersten Blick dokumentarischen Bilder erzeugen eine besondere Spannung. Die Fotografie, ein unbedingt dem Sichtbaren verbundenes Medium, wird in ihrer ganzen Präzision der authentischen Wiedergabe eingesetzt. Gleichzeitig gelingt es Seawright mit hochästhetischen Bildkompositionen, die Aufmerksamkeit jeweils auch auf etwas zu lenken, das unsichtbar bleibt, nämlich jene blinden Flecken, die durch Gewalt, Konflikte und Ausgrenzung erzeugt werden. Mit der Porträtreihe »Beasts of Burden« (2020) wendet er sich einem in der internationalen Aufmerksamkeit weniger präsenten Aspekt des Genozids in Ruanda zu. Das Land durchlebt noch immer einen mühsamen und schmerzvollen Prozess der Versöhnung zwischen Tätern und Überlebenden, die bis heute teils in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander leben. Ein besonderes Projekt, das im lokalen Kontext arbeitet, besteht in der gemeinsamen Aufzucht einer Kuh durch zwei Menschen jeweils aus der Gruppe der Opfer und der Täter. Paul Seawrights Porträts von Mensch und Tier weisen keine moralischen Kategorien von Schuld oder Vergebung zu. Sie lenken den Blick auf eine höchst archaische Form gemeinsamen Handelns, die in einem irritierenden Kontrast zu der hochtechnisierten Medienwelt und Kommunikation industrialisierter Gesellschaften zu stehen scheint. 

 

Paul Seawright 

Beasts of Burden

Hrsg. Thomas Niemeyer, Städtische Galerie Nordhorn

Deutsch/Englisch

72 Seiten

32 farbige Abbildungen

H 26,8 cm / B 21 cm

Hardcover mit Leinenbezug

978-3-946770-78-7

18,00 €

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Helen Feifel

something else shapes

Lingener Kunstpreis 2020

Die Künstlerin Helen Feifel plädiert über ihr vielschichtiges Werk, bestehend aus Malerei, Keramik, Mode und Video für eine Aufhebung traditioneller Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst. Ihr Werk charakterisiert beispielsweise Malerei auf Fotografie, Hocker und Bänke aus Keramik, Caps und mit Siebdruck gefertigte Tücher. Über Titel wie zum Beispiel „Stage“ oder „Entwurf für ein Cocktailkleid nach Issey Miyake“ wird über sich hinaus in ähnliche Bereiche wie Theater oder Mode verwiesen. Themen wie Rollenspiel, Identität, Repräsentation und Inszenierung vermitteln Kunstwerke, Modeaccessoires und Möbel. Helen Feifels künstlerisch formuliertes Bestreben in Richtung gleicher Behandlung kreativen Ausdrucks spiegelt auch die Publikation wider, denn es ist sowohl Katalog zu ihrer Ausstellung in der Kunsthalle Lingen und zur Verleihung des Lingener Kunstpreises 2020 an sie als auch eigenständig und besonders gestaltetes Künstlerbuch. Kombiniert werden Ansichten aus der Ausstellung mit Abbildungen ihrer Arbeiten Ein Text der Autorin Aline Fieker beleuchtet den interdisziplinären Ansatz der Arbeit Helen Feifels aus kunsthistorischem Blickwinkel, ergänzend dazu gibt ein Gespräch zwischen Helen Feifel und Meike Behm, der Direktorin der Lingener Kunsthalle, einen umfangreichen Einblick in das Denken der Künstlerin.  

Erscheint im April 2021 !

 

Helen Feifel

something else shapes

Deutsch/Englisch

64 Seiten

32 farbige Abbildungen

H 23 cm / B 31 cm

Softcover mit Steppstichheftung

978-3-946770-79-4

28,00 €

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Christian Aberle

Nächstes Mal komme ich zu dir in den Dreck

 

Wen lässt es schon kalt, beschimpft zu werden? - Und das auch noch im übernächtigten Zustand, auf dem Heimweg, umgeben vom Vogelgezwitscher eines idyllischen Morgens. Doch was Paul am stärksten zusetzt ist, dass ihn diese Beschimpfung auf eine äußerst kunstvolle und rätselhafte, ja geradewegs unglaubliche Weise erreicht - zudem es ist eine Botschaft mit unbekanntem Absender. Wer also hat es da auf ihn abgesehen und wer gab sich auf seiner wütenden Mission solche Mühe? Ja, ist ihm das alles wirklich widerfahren? Derweil sich das albtraumhafte Erleben als durchaus real erweist, findet Paul einen traumhaften Begleiter.

 

Doch bleibt die bohrende Frage, wer Paul Böses will und ihn dabei offenbar ziemlich genau beobachtet. Auf der Suche nach einer Antwort erwächst auch beim Leser der Eindruck, beobachtet zu werden - und zwar vom Text selbst! Ein Empfinden, welches Christian Aberle in ein Meer aus luzide vermittelten Sinneseindrücken, Farben, Formen, Tönen und Gerüchen bettet. Im intensiven Leseerlebnis wächst der Wunsch zu verstehen, was mit dem Protagonisten, als denn auch mit einem selbst geschieht.

 

Christian Aberle studierte an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe, seine Arbeiten sind regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Nun addiert er eine erste Erzählung zu seinem malerischen und zeichnerischen Werk, welches nicht zuletzt aufgrund von Aberles Sinn für Details geschätzt wird. Für die Illustration seiner Geschichte hat er sechs befreundete Künstler und Künstlerinnen eingeladen. Die Bilder befinden sich am Ende des Buchs, ein Großteil davon gedruckt auf speziellem Papier und in Handarbeit auf die gebundenen Seiten montiert. Eine Reminiszenz an die Ästhetik des Buchdrucks bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Es fasziniert, die mannigfaltigen Facetten des Buchs wahrzunehmen. Ein Werk des Eintauchens, Sich-treiben-Lassens und Auftauchens und durchaus auch ein Werk der Wunder.

 

Christian Aberle

Nächstes Mal komme ich zu dir in den Dreck

Deutsch

104 Seiten

H 23 cm / B 17 cm

Hardcover mit Leinenbezug und Braille-Schrift

12 handmontierten farb. Abb., 1 Abb. s/w

mit Illustrationen von Larry P. Berger, Bernhard Deckert, Melas Eichhorn, Jonnie Mitchell, Anne Neukamp, Carmen Strzelecki und Jürgen Tetzlaff

978-3-946770-75-6

25,00 €

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Berit Schneidereit

tourist

 

Die Publikation präsentiert einen experimentellen Dialog zwischen der Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Autorin und Musikerin Christina Irrgang und der Künstlerin Berit Schneidereit. Durch von beiden in gleicher Anzahl selbst notierte und im Wechsel aufgedeckte Karten nähern sie sich auf persönliche Weise dem Wesen der Fotografie: Erinnerung, Fragment, Nähe und Distanz. In 12 Abschnitten werden so verschiedene Themenfelder besprochen, die durch Assoziationen, Zitate oder situative Lyrik ein facettenreiches Gespräch über ein Medium entstehen lassen, das nach wie vor fasziniert und Fragen aufwirft.

 

Ausgangspunkt und Ort ihrer narrativen Begegnung ist die gleichnamige Ausstellung der Künstlerin im NAK Neuen Aachener Kunstverein. Der Ausstellungstitel tourist verweist auf das begierige und zugleich leichte Streben Berit Schneidereits, fremde Orte über die Fotografie visuell erfahrbar zu machen und zu erkunden. Dabei variiert die Künstlerin fotografische Techniken und Strategien, arbeitet konzeptuell mit oftmals hybriden Ergebnissen und erkundet so frei wie auch forschend die Eckpunkte des Mediums Fotografie. Das Aufeinandertreffen von analoger und digitaler Technik schafft hierbei etwas ästhetisch Neues, das gleichermaßen den Bildraum der Fotografie und ihre Oberfläche untersucht. Der vorliegende Gedankenaustausch kreist dies ein.

 

Berit Schneidereit

tourist

Deutsch / Englisch

60 Seiten

H 22 cm / B 14,5 cm

Softcover

978-3-946770-72-5

 

18,00 €

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